Cyber-physical Forgetting in sozio-digitalen Systemen

2016 - 2019: Intentional Forgetting, Routines & Retrieval Cues

Worum geht es in diesem Projekt?

Um eine organisationale Veränderung erfolgreich meistern zu können, ist eine zügige Anpassung an neue Prozesse notwendig. Alte Arbeitsroutinen sollen nicht mehr ausgeführt werden – sie sollen vergessen werden. Dieses intentionale Vergessen von Routinetätigkeiten im Arbeitskontext ist Gegenstand unserer Forschung. Dabei betrachten wir sowohl die Rolle technischer Elemente (z.B. cyber-physischer Systeme) als auch organisationale (z.B. Prozesse und Rahmenbedingungen) und personenbezogene Aspekte (z.B. Einstellungen und Fähigkeiten der Person).


Was sind die bisherigen Ergebnisse des Projektes?

In unseren Untersuchungen haben wir gezeigt, dass Personen alte Routinen unterschiedlich erfolgreich vergessen. Merkfähigkeit erwies sich dabei als positiver Faktor. Eine veränderte Gruppenzusammenstellung zeigte hingegen negative Effekte.
Betrachtet man den Modus des Vergessens, zeigt sich, dass Hinweisreize, die auf die neue Handlungsweise aufmerksam machen, förderlich für das Vergessen der alten Routine sind. Andererseits führen Hinweisreize, die nur auf die Veränderung aufmerksam machen, eher dazu einen Fehler in der neuen Routine zu begehen. Weiterhin tragen Hinweisreize auf alte Routinen dazu bei, dass sich neue Handlungsweisen nicht klar durchsetzen können.
Die Verfügbarkeit von Hinweisreizen spielt somit bei der Veränderung von Produktionsroutinen eine wichtige Rolle.


Was sind weitere Ziele des Projektes?

Im weiteren Verlauf des Projektes möchten wir untersuchen, wie vergessende cyber-physische Systeme im Fertigungsprozess wirken und intentionales Vergessen unterstützen können. Außerdem möchten wir intentionales Vergessen in kontinuierlichen Veränderungsprozessen mit dem in episodischen Veränderungsprozessen vergleichen und die bisherigen Laborergebnisse zu der Bedeutung von Hinweisreizen um Ergebnisse aus dem organisationalen Kontext erweitern. Ein weiteres Ziel ist die Modellierung von intentionalem Vergessen in Geschäftsprozessen.


Wie können Organisationen die Ergebnisse nutzen?

Bei Change und Veränderung wird davon ausgegangen, dass es ausreicht, wenn gewusst, gekonnt und gewollt wird, was zu tun ist. Gerade im Kontext von routinisierten Handlungen werden MitarbeiterInnen jedoch „rückfällig“. Veränderung ist nicht nur ein Problem des Neuen, sondern auch ein Problem des Alten. Erst wenn alte Routinen nicht mehr zur Anwendung kommen, können Veränderungen erfolgreich sein. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes helfen dabei, die relevanten Einflussfaktoren zu identifizieren und zu modifizieren. Von besonderem Interesse ist dabei das Verhalten in adaptiven Produktionsumgebungen mit der kontinuierlichen Notwendigkeit, die Routinen zu reflektieren und zu modifizieren. Die hier erzielten Ergebnisse können jedoch in jedem Arbeitskontext unterstützen, Verhalten von Individuen, Gruppen und Organisationen bewusst zu verändern.



Projektteam


Prof. Dr. Kluge, Annette Fakultät für Psychologie Antragstellerin ORCID
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annette.kluge@rub.de
Roling, Wiebke M.Sc. Fakultät für Psychologie ORCID
ResearchGate
wiebke.roling@rub.de

Prof. Dr.-Ing. Gronau, Norbert Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Antragsteller ORCID
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norbert.gronau@wi.uni-potsdam.de
Dr. rer. pol. Thim, Christof Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät ResearchGate christof.thim@wi.uni-potsdam.de
Dr. -Ing. Grum, Marcus Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät ORCID
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Marcus.Grum@wi.uni-potsdam.de

Ehemalige Mitarbeiter/-innen

Haase, Jennifer, M.Sc. ORCID
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Schüffler, Arnulf, M.A. ORCID
ResearchGate
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Dr. rer. pol. Vladova, Gergana ResearchGate
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Poster Phase 2 (2020 - 2023, aktuell)


Poster Phase 1 (2016-2019)


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